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Geschichte

Alte Flurbezeichnungen von Coppengrave

LINK:  Alte Flurbezeichnungen von Coppengrave

           Karte 1 Flurbezeichnung

           Karte 2 Flurbezeichnung

           Karte 3 Flurbezeichnung

           Karte 4 Flurbezeichnung            

Geschichte von Coppengrave 

Link: Informationen über Coppengrave im NDR Kirche von CoppengraveKirche von Coppengrave

Woher das Dorf Coppengrave seinen Namen hat, ist nicht ganz sicher. Archivmaterial, das der Coppengraver Rentner Hermann Gniesmer jüngst der AZ zur Verfügung stellte, lässt zwei unterschiedliche Deutungen zu.
Laut einer dieser beiden Theorien könnte die Namensgebung aus einem "adeligen Streit" resultieren. So soll Graf Heinrich von der Homburg, entgegen dem Befehl seines Vaters, (Geistlicher zu werden und in einen Mönchsorden einzutreten, die väterliche Burg verlassen haben, um im Krieg Ruhm und Beute zu erlangen. Reumütig kehrte er nach Jahren in die väterliche Burg zurück, wurde aber von seinem Vater der Burg verwiesen und enterbt. Heinrich verließ mit nur wenigen Getreuen die Homburg. Er wandte sich ostwärts und ließ sich auf dem Kamm des Hilses von seinen Getreuen überreden hier eine Burg zu bauen. Der genaue Standort dieser Burganlage lässt sich aber heute nicht mehr nachweisen.
Im Laufe der Jahre siedelten sich dann im Schutze dieser- Burg - wenngleich weit unterhalb des Kammes - einige Köhler und Pflanzensucher an.
Den Grafen nannten sie den "Grafen auf dem Koppe" (auf der Bergspitze) oder den, Koppegrafen", ihre Siedlung war für sie folglich die des Koppegrafen. Später entwickelte sich daraus Koppengraf oder auch Coppengraff und Coppengraben. Sollte diese Deutung richtig sein, dann ist das Dorf mit einiger Sicherheit im Jahr 1200 entstanden.
Nach einer anderen Auslegung sollen um das 13. Jahrhundert herum am ganzen Hang des Hilses entlang in weiten Abständen Köhlerhütten gestanden haben. Aus reinen Sicherheitsgründen schlossen sie sich zu einer Siedlung, die im Schutze einer Fliehburg, der Gleneburg, lag, zusammen. Aus einer Blockhaussiedlerstraße entstand eine Gemeinschaftssiedlung. Später soll diese Siedlung mit einem starken Palisadenzaun umgeben worden sein. Die Köhler brannten in ihren Meilern Holzkohle für die alten Haustöpfereien und alten Waldglashütten. Rund um die Gemeinschaftssiedlung wurde der Wald gerodet und das Land gegraben, um Ackerland für die Einwohner zu schaffen.
In der Region nannte man diese neue Siedlung die Grabung unter dem Koppe, die Koppegrabung. Später wurde daraus die Bezeichnung für
den Ort Koppengraben (auch Copengraben) und Coppengraff. Verbrannte Erdschichten, die auch heute noch nachweisbar sind, zeugen tatsächlich von einer Köhlersiedlung. Diese muss aber 800 bis 1000 Meter weiter südöstlich des heutigen Dorfes gelegen haben. Auch alte Chroniken und die (Geschichte der welfischen Herzöge, die ja während der vergangenen Jahrhunderte in der hiesigen Region herrschten, beweisen, dass das alte Dorf tatsächlich weiter südöstlich gelegen hat. Vermutlich war es eine Pest während des 15. Jahrhunderts, die die wenigen Überlebenden zur Umsiedlung auf das heutige Dorfgebiet zwang. Dabei nahmen sie offenbar Balken aus der alten Siedlung mit, denn noch bis Ende der 5Oer Jahre wurden mehrfach beim Abbruch alter Häuser oder bei Anbauten alte Eichenbalken freigelegt, die nur aus dem alten Dorfe stammen können. Diese Balken waren nämlich handgerecht behauen und mit entsprechenden Jahreszahlen versehen.
Wahrscheinlich wurde das alte Dorf - wie schon eingangs erwähnt - etwa Anfang des 13. Jahrhunderts gegründet. Ihren Lebensunterhalt verdienten sich die Einwohner in jenen Jahren vorwiegend mit Kohlenbrennen, Holzschlagen, etwas Töpferei und als Salzträger des Paderborner Bischofs.
Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Coppengrave datiert aus dem Jahre 1400. In diesem Jahr ist der Ort als "Kobbengraff" in einer Handschrift des Domstifts Sankt Blasü zu Braunschweig belegt, die im Niedersächsischen Staatsarchiv unter der Signatur VII B Hs 17 verwahrt wird. Die Handschrift selbst stammt aus dem 15. Jahrhundert.

 

Das Erbe der Schonette.

Lange Zeit galt eine Pfändungsurkunde aus dem Jahre 1426 als erste urkundliche Erwähnung. Sie beweist, dass der Ort Tei1 der Herrschaft Hohenbüchen war, die wiederum ehemals den Grafen von Homburg gehörte. Der letzte der Homburger Grafen (Graf Heinrich, Friedrich, Johann VIII. von Homburg) starb allerdings schon im Jahre 1409.
Mit ihm erlosch der männliche Zweig der Homburger und damit auch der Name. Der größere Tei1 der Homburger Herrschaft fiel an das Haus der Welfenherzöge, ein kleinerer Teil an den Bischof von Hildesheim. Im Testament des letzten Homburgers war das Amt Hohenbüchen (und damit das Dorf Cobbengraff) seiner Witwe Schonette von Nassau als sogenannte "Leibzucht" verschrieben. Diese verstand es anscheinend nicht, mit diesem Nachlas gut zu wirtschaften.
So sah sie sich im Jahre 1426 gezwungen, diesen Besitz zu verpfänden. Da sie sich mit den Welfenherzögen nicht vertrug, verpfändete sie das Amt Hohenbüchen an den Bischof Magnus von Hildesheim. Die Urkunde hierüber ist ausgestellt unter dem 21. September des Jahres 1426. Auch sie ist noch vorhanden und befindet sich ebenfalls im Niedersächsischen Staatsarchiv. Es ist der Schonette von Nassau niemals mehr gelungen, ihr Amt Hohenbüchen jemals wieder einzulösen. Im Jahre 1462 belehnte der Hildesheimer Bischof die Herren von Wrisberg (Herren auf dem Gute Brunkensen) mit dem Amte Hohenbüchen. Diese verbanden die Orte Brunkensen und Coppengrave zu einer sogenannten "Grundherrschaft" (Form des mittelalterlichen Großgrundbesitzes).
Im Laufe der folgenden Jahrzehnte aber konnten die Hildesheimer Bischöfe diese Besitztümer nicht halten. Nach ewigen Streitereien mit den umliegenden Herzögen verloren sie das Grundamt Brunkensen an die welfischen Herzöge. Aber auch diese gerieten um die Oberlehenherrschaft in einen langandauernden Streit. Es waren die Oberhäupter der beiden Zweiglinien Wolfenbüttel und Celle. Herzog Heinrich der Jüngere von Wolfenbüttel entschied schließlich diesen Streit für sich, indem er die Orte im Jahre 1521 durch Waffengewalt an sich riss.
Die Wrisberger protestierten daraufhin - allerdings erfolglos - vorm deutschen Fürstentag. Erst nach rund 200 Jahren - im Jahre 1713 - wurde ihnen der Ort Cobbengraff zurückgegeben, nachdem schon 1635 durch den Übergang Wolfenbüttels an die jüngere Linie des Welfenhauses der Streit um die Oberlehenherrschaft beilegt worden war.
Von nun an bleibt der Ort in der Herrschaft der welfischen Herzöge und später, ab 1918, im Lande Braunschweig. Im Oktober 1941 wurde der Ort mit dem gesamten Kreis Holzminden ins Land Hannover (Regierungsbezirk Hildesheim) eingegliedert.

 

Zankapfel zweier Ämter.

 

Häufig war der Ort allerdings noch Zankapfel zwischen den damaligen Ämtern Lauenstein und Greene - Hohenbüchen. Die Siedlung Coppengraben lag nämlich dicht an der Grenze der beiden Ämter. Diese Grenze verlief zwischen den Orten Duingen und Coppengraben, hart am nördlichen Rande des letzteren. Sie war durch eine Landwehr (Erdwall mit Wachtürmen) auf der Lauensteiner Seite befestigt.
An der Straße zwischen den beiden Dörfern waren noch Ende der 50er Jahre Grundmauerreste eines Turmes zu sehen. Nachforschungen haben ergeben, dass sich wahrscheinlich ein drei bis vier Meter hoher Erdwall voll den östlichen Hängen des Hilses quer durchs Tal zu den westlichen Hängen des Duinger Berges zog. Beim Durchbruch der Straße Coppengrave - Duingen durch den Grenzwall sowie an den Anschlussenden bei den Höllenzügen war dieser Wall wahrscheinlich durch hölzerne Wachtürme gesichert.

 

 Gebietsreform

 

Seit der (Gebietsreform des Landes Niedersachsen im März des Jahres 1974 gehört Coppengrave zur Samtgemeinde Duingen. Die Mehrheit der Dorfbewohner hatte sich zuvor während einer Bürgerversammlung für diese Eingliederung ausgesprochen.

Was folgt ist ein Wechselspiel der Kreiszugehörigkeit. Vom Landkreis Holzminden wechselte die Samtgemeinde - und somit auch Coppengrave - zunächst in den damaligen Landkreis Alfeld. Im Zuge der Kreisreform (1. August 1978) wurde die Samtgemeinde wieder in den Landkreis Holzminden eingegliedert. Gegen den Willen der Gemeinde Coppengrave klagte die Samtgemeinde Duingen daraufhin mit Erfolg vorm Staatsgerichtshof in Bückeburg. Seit dem 30. Juni 1981 gehört die Samtgemeinde zum Landkreis Hildesheim.
Im September des Jahres 1973 wurde in Coppengrave der Kindergarten eingeweiht, der zuvor (seit 1970) in der ehemaligen Schule als Spielkreis gefüllt worden war. Der Kindergarten wurde anfangs sowohl von Mädchen und Jungen aus Coppengrave als auch aus Duingen und Weenzen besucht. Heute werden dort gemeinsam behinderte Kinder der Lebenshilfe und nichtbehinderte Mädchen und Jungen des Dorfes betreut. Seit dem 01.11.2016 ist Coppengrave ein Ortsteil der Gemeinde Duingen. Die Gemeinde Duingen ist Mitglied der neugegründeten Samtgemeinde Leinebergland mit Sitz in Gronau (Leine).

 

Spielzeugpferdchen wurden in Coppengrave gefertigt-

Spielzeugpferdchen aus dem 12. bis 15. Jahrhundert sind aus Deutschland von zahlreichen Ausgrabungen bekannt. So stammt ein ähnliches Stück aus der Dahlbergstraße in Aschaffenburg.
Im Gegensatz zu den meisten vergleichbaren Stücken fehlt die Aushöhlung an der dicksten Stelle, im Bauch- oder Brustbereich. Diese verlieh der Keramik zusätzliche Stabilität und verhinderte bereits beim Brand das Entstehen von kleinsten Rissen, die später unweigerlich zum Zerbrechen des Spielzeugs geführt hätten. Glasierte Miniaturpferdchen wurden in jener Zeit in Töpferorten wie dem hessischen Großalmerode oder dem südniedersächsischen Coppengrave gefertigt, deren Geschirre weit über die Region hinaus verhandelt wurden. Allerdings sind entsprechende Spielzeuge auch aus Ortstöpfereien bekannt.


Link: Bergbauchronik von Coppengrave
von Martin Gorrissen, Coppengrave

Link: Bau- und Kunstdenkmäler in Coppengrave

          Auszug aus: Die Bau- und Kunstdenkmäler im Herzugtum Braunscheweig Prof.Dr. P.J. Meier, Verlag Julius Zeissler, Wolfenbüttel

Link: Die archäologischen Funde aus den Ith-Höhlen

Link: Gaueinteilung um 800 n. Chr.  Koppengrave lag im Aringho-Gau